Nafplio und Bucht
Festung Palamidi
Festung Bourtzi
Blick Richtung Argos
Womo-Stellplatz Strandbad

Nafplio

2.4.

Abwechslung muss sein, deshalb ist heute wieder ein Städtchen mit Kastell angesagt. Mit Nafplio, das eine Zeit lang Griechenlands Hauptstadt war, habe ich mir eines der schönsten vorgenommen, die der Peloponnes zu bieten hat. Eine malerische Altstadt mit vielen Tavernen, Restaurants und Cafes, eine schöne Uferpromenade und 200 Meter darüber die weitläufige Befestigungsanlage Palamidi. Ich erreiche sie früh, als das Wetter noch passabel ist und die Touristenbusse noch hierher unterwegs sind. Eigentlich ist es eine Reihe von Bastionen, mit Mauern auf dem natürlichen Fels verbunden.

Tief unten ein Felsen mit einer weiteren Festung, Akronafplio, dann die Häuser der Stadt, davor das venezianische Festungswerk Bourtzi im blauen Meer, so fasziniert die Aussicht den Besucher. Wer hier herauf steigen will, muss gut zu Fuß sein, denn die 1000 Stufen bis zum Eingang sind nicht alles, innerhalb der Anlage kommen noch einige Hundert hinzu.

In den Marktgassen neben Lidl decke ich mich mit allerlei Obst und Gemüse ein, stelle das Womo auf den großen Hafenparkplatz, schlendere durch die Gassen und lasse die Atmosphäre des leiblichen Städtchens auf mich wirken. Am späten Abend ziehe ich um von der belebten und lauten Hafengegend zum Stadtstrandbad unterhalb der Festungen, das derzeit geschlossen und auch sonst nicht sehr zu empfehlen ist. Aber für eine ruhige Nacht genügt der Parkplatz.

3.4.

Geweckt werde ich vor acht von einem Haufen Joggern, die sich hier verabredet haben und lautstark aus ihren Autos hüpfen. Aber ich wollte sowieso früh raus zu meinem eigenen Konditionsprogramm, denn gestern war es regnerisch-trübe und ich will die Bucht noch mal im Sonnenschein sehen und fotografieren. Also vom Parkplatz aus die 1000 Stufen hoch. Von Bayern bin ich gewohnt, dass nach soviel Treppenaufstieg ein nettes Kloster mit einem freundlichen Bier wartet, hier ist es nur die trockene Festung. In dieser Hinsicht hatte die 30-jährige Regentschaft des bayerischen Königs Otto Mitte des 19. Jahrhunderts leider keinen Einfluss. Dafür lässt mich der freundliche Herr an der Kasse noch mal mit der gestrigen Eintrittskarte ein.

In einem Internetcafe gegenüber von Lidl arbeite ich noch schnell meine Erlebnisse in die Homepage ein, dann geht es zur nächsten Kulturstätte.

Zyklopenmauer
Theater in Argos
Blick nach Nafplio

Tiryns und Argos

Wenige Kilometer westlich von Nafplio liegt direkt an der Strasse nach Argos die mykenische Burg Tiryns. Die Befestigungsmauern, zwischen 4,5 und 8 m dick, sollen von Kyklopen mit übernatürlichen Kräften errichtet worden sein und beeindrucken noch heute. Vom wichtigsten Punkt der 1200 v. Chr. entstandenen Anlage, der Oberburg, geht der Blick weit über die Ebene nach Nafplio, den Golf und Argos.

Argos

Die Stadt wird von Durchreisenden auf dem Weg zum weltbekannten Mykene kaum wahrgenommen, bietet aber eine schöne Lage am Fuße des Larissa-Berges mit seiner Festung, ein Theater mit 81 Sitzreihen aus dem 3 Jh. v. Chr. und Reste von gewaltigen römischen Thermen und einer Agora. Ich parke auf dem riesigen Platz bei den ehemaligen Markthallen und nutze den Aufenthalt in Argos zu einem Abendessen, lasse mir in einer Restaurantküche das derzeitige Angebot erläutern und entscheide mich für Schafsfrikassee mit Brokkoli und anderem Gemüse.

Frisch gestärkt mache ich mich auf den Weg nach Mykene und sehe mir auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz den Parkplatz bei der Festung an. Angesichts der deutlichen Verbotsschilder ziehe ich jedoch den winzigen Platz Camping Mycenae vor, auf dem der freundliche Besitzer mich einweist.

Tiryns Oberburg
Argos Agora