Mani

Dirou-Höhle
Doris in der Tropfsteinhöhle
Mezedes
Wohntürme in Vathia
Blühende Natur an Mani-Küste

11.4./12.4.

Heute wollen wir die karge Landschaft der Halbinsel Mani auf uns wirken lassen. Die Manioten, ein eigenes Völkchen, bei dem äußere Bedrohung und schlechte Ernährungslage zum Leben gehörten, hatten Jahrhunderte lang in grauen Wohntürmen gelebt, die heute untrennbar mit dem Erscheinungsbild der Mani verbunden sind. Diese in Griechenland einzigartigen inzwischen verlassenen Wohntürme werden durch die neuen Besitzer teilweise modern hergerichtet, es entstehen auch überall in der Gegend neue Häuser, die sich durch Verwendung von grauen Steinen und der Stilelemente wie Zinnen in die Landschaft einpassen.

Zunächst fahren wir von Gythio über gute Strassen nach Areópolis und weiter zu den Höhlen von Pirgos Dirou, um in die bizarre Unterwelt aus Stalagmiten und Stalaktiten einzutauchen. Mit kleinen Booten wird man durch das Gewirr von Sälen und Tunneln gefahren. Zum Glück gibt es kaum Besucher, keine Wartezeiten und ich kann vorne im Boot die Szenerie genießen. Fast lautlos gleiten wir langsam 1,2 km durch das Labyrinth, müssen immer wieder die helmgeschützten Köpfe einziehen, sind überrascht von den gelben und braunen Farbtönen der Ablagerungen, die von Scheinwerfern ausgeleuchtet werden und sich im Wasser spiegeln. Im Gegensatz zu den meisten Tropfsteinhöhlen sind hier die filigranen Stalaktiten vor Zugriff geschützt und millionenfach gut erhalten. Nach der halbstündigen unvergesslichen Bootsfahrt werden die Schwimmwesten abgegeben und es geht noch 300 m zu Fuß bis zum Höhlenausgang.

Die Strasse windet sich nach Süden, links immer die kargen Berghänge und rechts das Meer. Zum Mittagessen sind wir am Hafen von Gerolimenas, lassen uns eine große Platte Mezedes mit Meerestieren, Salaten und Käse schmecken. Bei der Bezahlung sind wir uns einig, dass der Wirt die Größe der Gästefahrzeuge mit einrechnet, dafür spendiert er Süßspeise und Kaffee. Als wir den Platz verlassen, kommen gerade Münchner mit einem größeren Womo an, die werden wohl noch ein paar Euro mehr als wir bezahlt haben.

Jede Wegbiegung gibt den Blick auf weitere Wohntürme frei, bis weit oben auf einem Berg der Ort Váthia mit dicht gedrängter Ansammlung von Türmen aus der Ebene ragt. Das Dorf wurde von kretischen Flüchtlingen gegründet und gehört zu den Hauptattraktionen des Peloponnes. Von einer Kurve oberhalb genießt man einen spektakulären Blick über die Szenerie.

Da ich kürzlich auf Kreta schon weiter südlich war, schenken wir uns und dem Womo den weiteren Weg zum südlichsten Punkt Europas, dem Kap Matapan. Auch die sehr steile, mit ausgewaschenem Erdreich verschmutzte Zufahrt hinunter nach Porto Kagio ersparen wir dem Womo. Stattdessen geht es ein Stück zurück und dann die recht schmale und kurvenreiche Strasse an der Ostküste entlang. Auf der Mole in Kotronas finden wir uns neben anderen Campern für die Nacht ein, wenige Meter vom Meer entfernt.

Höhleneindruck
Farbige Ablagerungen
uns schmeckts
Manis Süden
Kotronas
Einsamer Badeplatz mit Taverne