Blick vom Pantokrator

Pantokrator, höchster Berg Korfus

Einer der letzten Tage meines Aufenthalts auf Korfu gehört dem Inselnorden, den mir schon viele Hotelgäste empfohlen haben. Erst fahre ich in den kühlen Morgenstunden in schier endlosen Serpentinen hinauf auf den mit 914 m höchsten Berg der Insel. Das Kloster und der befremdliche riesigen Sendemast mittendrin interessieren mich weniger als der Super-Rundblick von hier oben. Ganz Korfu liegt mir zu Füßen, dazu das griechische Festland gegenüber und Albanien. (N 39 45.161 E 19 52.183)

Korfu und gr. Festland
Kloster und Technik
Sidari Badebucht
Eingang Canal dÁmour

Sidari

Mein nächstes Ziel ist Sidari, ein durch und durch touristischer Ort, wie ich Dutzende auf meinen Fahrten gesehen habe und immer wieder die Urlauber bedaure, die so was buchen und sich bei dem Rummel wohlfühlen.

Mich interessiert nur der Canal d´Amour, den ich zielstrebig nach der Beschilderung ansteure und bei einer Taverne in unmittelbarer Nähe parken kann. Schnell in die Badhose und Schnorchel und Flossen gepackt und ab ins Wasser.

Hier ist die Küste nicht unzugänglich wie weiter westlich, sondern flach, fjordähnlich und die Gesteinsschichten sind ausgewaschen und oft unterhöhlt

Canal d´Amour

Der Canal d´Amour ist ein etwa 100 m langer Felstunnel mit hüfthohem Wasser. Große Schilder warnen davor, hier hinein zu schwimmen, und bei ordentlichem Seegang mag es da drin schon lebensgefährlich eng werden mit der Luft. Einer alten Legende nach wird jede unverheiratete Frau, die ihn durchschwimmt und sich dabei einen Mann wünscht, schon bald vor den Traualtar treten. Nun, das ist für mich jetzt nicht so ganz der richtige Anreiz, den Trip zu wagen. Aber im Tunnel herrscht einen geiler Sound und zwei Meter über der Wasseroberfläche verlaufen die schrägen Gesteinsschichten, sorgen für ein Gefühl, in einer Richtung bergauf und in der anderen bergab zu schwimmen. Ein Erlebnis.

Leider ist das Wasser wegen des Sandstrandes alles andere als schnorchelfreundlich. So springe ich nach einer Stunde kurz in einen Hotelpool oberhalb des Strandes und genieße wieder einmal eine der positiven Seiten Griechenlands, weil einfach überall jeder Gast am Pool willkommen ist, Duschen und Toiletten benutzen kann und natürlich einen Drink an der Bar nehmen soll.

Weiche Gesteinsschichten machen die Auswaschungen erst möglich
Wilde Küstenlinie
auch hier Gesteinsschichten

Kap Drastis

Die Nordwestspitze Korfus gehört zu den schönsten Panoramen der Insel. Sandsteinformationen, die wie Drachenkämme bis 100 m aufragen und ein Inselchen bilden, das einer Haifischflosse ähnlich ist. Ich fahre den von Sidari aus beschilderten Weg hinunter bis zur kleinen Bucht, in der nichts als die Bretterbude eines Schiffsausflugs-Anbieters steht, der auf großem Schild die ziemlich übertriebene Behauptung aufstellt, dass der Weg gut zu befahren ist. Bei derzeit ruhiger See wird das Abenteuer aber belohnt, denn von den flachen Felsen aus komme ich gut ins Wasser und kann schnorchelnd fast das ganze Kap umrunden. Das Wasser ist glasklar, angenehm und dort flach, wo sich die Felsschichten unter der Oberfläche fortsetzen. Von den Fischen, Taschenkrebsen und Seeanemonen kann ich mich erst losreissen, als ich an die intensive Sonne denke, der mein Rücken lange ausgesetzt ist.

Platz zum Sonnen und Baden
Eigeninteresse des Bootsvermieters
Spitze der Halbinsel mit Bateria-Strand
Hauptstrand von Kassiopi

Kassiopi

Vorbei an Sidari, Roda und Acharavi fahre ich nach Kassiopi, das an zwei malerischen Buchten gegenüber der albanischen Küste liegt. Vom zentralen Parkplatz komme ich in durch die Touristrasse an den malerischen Hafen, in dem Fischerboote und Ausflugsschiffe liegen und der von Bars und Tavernen umrahmt ist. Schon in der Antike hatte der Hafen eine gewisse Bedeutung. Schon Kaiser Nero und Cicero haben hier auf günstiges Wetter für die Überfahrt nach Italien gewartet.

Die schönsten Badebuchten liegen an der Nordseite der von Olivenbäumen bestandenen Halbinsel, die weitgehend für den Verkehr gesperrt ist und auf der Promenade in 20 Minuten begangen werden kann. Besonders schön ist der kleine Bateria-Strand an der Spitze der Halbinsel mit Kies, klarem Wasser und viel Felsen.

Der Hafen von Kassiopi
Bucht von Kalami

Kouloura und Kalami

Die Küstenstrasse von Kassiopi südwärts ist landschaftlich unglaublich schön und gewährt oft Ausblicke in kleine Kiesbuchten tief unten, die nur mit abenteuerlich steilen Abfahrten zu erreichen sind. Spektakulär ist das halbovale Hafenbecken von Kouloura, ein Postkartenmotiv. In diesem Bereich wurden viele Schiffs- und Wasserszenen des James-Bond-Films „In tödlicher Mission“ gedreht. Für Literatur-Freund ist interessant, dass Lawrence Durell, bekannt durch seinen Korfu-Klassiker „Schwarze Oliven“, in Kalámi gewohnt hat.

Ein großer Parkplatz lädt zu einem Stopp ein, um an der Meeresenge auf die nur zwei Kilometer entfernte Albanische Küste zu blicken.

Engste Stelle nach Albanien
Kouloura