
9.6.
Die meistbesuchte Attraktion in der Nähe von Kerkyra ist wohl das Achillion in Gastouri, Sommerresidenz der Kaiserin Elisabeth von Österreich und Kaiser Wilhelm II. In dem Palast sind wertvolle Decken- und Wandgemälde sowie Erinnerungsstücke beider Besitzer zu bewundern. Sehr schön ist ein Spaziergang durch den weitläufigen Park mit subtropischer Vegetation, einer riesigen Skulptur von Achill, dem sagenhaften antiken Lieblingshelden beider Majestäten. Auf der oberen Terrasse des Schlossparks stehen zahlreiche weitere Statuen, die die Musen verkörpern, auch antike Philosophen sind hier gewürdigt.
Der Geist der melancholischen Österreicherin wird lebendig, wenn man von ihrem Lieblingsplatz den Blick über die Insel und zur Hauptstadt schweifen lässt. Sisi hat das Schloss erbauen lassen und ab 1891 bis zu ihrer Ermordung jährlich besucht, um auf Anraten ihrer Ärzte ihre Lungenkrankheit zu kurieren. Ich muss da mal mit meinem Hausarzt sprechen, die Insel würde ich mir auch gern zur Vorbeugung für jedes Jahr verschreiben lassen und auf Krankenschein besuchen.
Unterhalb des Achillion an der Uferstrasse sieht man noch die Landungsbrücke, an der die kaiserliche Yacht jeweils festgemacht hat. (N 39 34.003 E 19 54.483)
Nicht weit westlich des Achillion liegt auf 250 m Höhe ein Platz, den Kaiser Wilhelm II bei seinen Urlaubsaufenthalten bevorzugte, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Nach unkomplizierter Fahrt durch Pélekas komme ich zu dem Ort, der weite Blicke in drei Himmelsrichtungen gewährt.(N 39 35.663 E 19 49.2679)
Unterhalb von Pélekas liegt eine 600 m lange Sandbucht, die ich schon beim Landeanflug gesehen habe. Eine steile Strecke führt mich zu einem kleinen Hafen ans Meer, das hier warm und überwiegend hüfthoch ist. Nur wenige Touristen übernachten in dieser Gegend, der Strand ist wenig und weitgehend von Griechen besucht.
Von einem Bergrücken oberhalb fällt mein Blick noch auf die benachbarte Glifada-Bucht, einer der bekanntesten Sandstrände der Insel.
Beide Dörfer sind nach etlichen Serpentinen entlang von Bergflanken zu erreichen und bieten hervorragende Ausblicke auf die Insel. Besonders Chlómos ist schön gelegen und ermöglicht es von den Terrassen der Tavernen, sich Eindrücke vom Inselsüden zu verschaffen. Gut zu sehen ist auch der Korission-See, der durch einen Sand- und Dünenstreifen vom Meer getrennt, aber durch Wasseraustausch mit dem Meer sauber und fischreich ist.
Das kleine Bergdorf Liapades in der Nähe von Paleokastritsa ist bekannt für seinen Dorfplatz. Ihn begrenzen die Terrassen von fünf traditionellen Kaffeehäusern, in denen sich die Männer des Ortes täglich treffen und wo auch ich eine Pause bei Frappé genieße. Die Bucht von Liapades ein Kilometer unterhalb ist noch wenig besucht, sehr schön gelegen und wird von einer Taverne versorgt.