
21/22.3.
Nach dem ersten Bad im kretischen Meer mit frischen 16 Grad breche ich auf nach Réthymnon, über kurvige und hügelige Strasse nach Westen.
Die Atmosphäre dieser Stadt ist geprägt von venezianischen und türkischen Einflüssen. Moscheen, Minarette, türkische Erker in den Gassen, der venezianische Hafen, all dies ist auf engem Raum innerhalb der Altstadt konzentriert. Die moderne touristische Zeit mit Schmuck- Leder- und Schuhläden hat natürlich auch ihre Spuren deutlich hinterlassen. Eine Fülle von kleinen Pensionen ist in der Enge der Altstadtgassen entstanden, in der Nachbarschaft zu Restaurants, Cafes und Boutiquen. Trotzdem finde ich einen Spaziergang durch die Wohnviertel, zur Kathedrale, zum Rimondi-Brunnen und schließlich zum Venezianischen Hafen sehr reizvoll. Markantestes Bauwerk von Réthymnon, das die gesamte Spitze der Halbinsel nördlich der Altstadt einnimmt, ist die Fortezza aus dem Jahr 1580. Vom höchsten Punkt hinter Moschee und Bischofspalast hat man einen Blick auf die weitläufige Anlage, die so groß ist, dass sie notfalls die gesamte Stadtbevölkerung hätte aufnehmen können. Im Westen über dem blauen Meer sieht man von hier oben die schneebedeckten Gipfel der weißen Berge, Lefka Ori.
Gleich am Spätnachmittag nach meiner Ankunft genieße ich den Sonnenuntergang in der Stille über der Stadt, am nächsten Morgen bin ich wieder hier und vervollständige in aller Ruhe meinen Rundgang.
Ein weiterer Ruhepunkt abseits des Verkehrsgewühls der Neustadt ist der Stadtpark, er eignet sich hervorragend zur Lektüre einer Deutschen Zeitung, die vorher am Platia Iroon gekauft werden kann. Auf dem Weg in den Park kommt man noch an der Statue von Giampoudakis vorbei, dem Sprengmeister von Kloster Arkadi.
22.3. Zwischen Réthymnon und Georgioupoli führt die Strasse direkt am kilometerlangen herrlichen Sandstrand entlang, weiter über Vrysses. Bei Kalami ist die Zufahrt nach Aptera ausgeschildert, eine bedeutende antike Handelsstadt, im 7 JH. v. Chr. gegründet. Sie liegt auf einer Kuppe über der Souda-Bucht mit Blick auf die Akrotiri-Halbinsel.
Aus verschiedenen Epochen sind Ruinen vor Ort beschrieben: ein dorischer Tempel, ein Demeter-Tempel aus hellenistischer Zeit, die hohe dreischiffige Zisterne sowie Badehäuser aus römischer Zeit und ein Kloster der Byzantiner. Ein Stück unterhalb der Anlage steht ein türkisches Kastell mit einer asphaltierten Plattform östlich davon, von der aus man einen fantastischen Panoramablick über Meer, Akrotiri und die Berge hat. (N 35 27.946 E 24 08.827)