Nach Koutsounari

Ostwärts passiere ich den Doppelort Kastri/Keratókambos auf schöner Küstenstrasse. Von Susanna aus dem Cafe Ilios in Aghia Galini hatte ich zwar gehört, dass man am Meer entlang durchgehend über Mirtos bis Ierápetra fahren kann, aber vor Arvi gibt es ein so sauschlechtes Stück Piste, dass mich der Mut verlässt. Wer weiss, was das Schmelzwasser mit den Wegen angerichtet hat, ich trete mit Rücksicht auf das Fahrwerk die Kurbelei zur Hauptstrasse an, die ich bei Amiras und 730 m Höhe treffe.

Auf breitem Asphalt rolle ich der südlichsten Stadt Europas entgegen, umfahre sie und richte mich 8 km östlich auf dem Campingplatz Koutsounari ein. N 35 00.475 E 25 49.292 Hier treffe ich Sören und Bernice Nyström aus Schweden wieder, die hier wie schon in Aghia Galini jedes Jahr einen Monat verbringen. Der Platz bietet wie die anderen z.Z. nichts außer legaler Übernachtung, Wasser und einer intakten Waschmaschine, mit den Betreibern handle ich einen Preis von acht Euro pro Tag aus. Mein professioneller Blick sagt mir allerdings, dass hier in der Saison echt was geboten wird. Schattige Zelt- und Wohnmobilstellplätze, reichlich Gemeinschaftseinrichtungen zur Selbstversorgung, ein angegliedertes großes Restaurant mit Schwimmbad und ein Minimarkt.

Der Strand grausandig, kilometerlang, enorm breit und mit blauer Flagge ausgezeichnet. Die nächsten 36 Stunden gibt’s wieder schwersten Nordwind, das Verlassen des Mobils ist nicht sinnvoll. Radfahren gebe ich auf, als mir bei der Erkundung der Gegend in Ortsmitte eine Plastikschüssel von irgendeiner Terrasse um die Ohren fliegt. In der Situation kommt der Hausmann auf die absurdesten Gedanken wie Dusche und Toilette reinigen, Wäsche waschen und Haare schneiden, was soll’s.