Lassithi-Ebene

Kirche Panagia i Kera
Drachensteigen über Lassithi-Ebene
Zeus-Höhle ganz unten
Ebene vom Eingang der Höhle aus
Stümpfe der Windmühlen
Serpentinen nach Malia

10.3.

Heute ist Feiertag in Griechenland, was ich nicht nur am geschlossenen Lidl-Laden am Weg merke, sondern vor allem, weil niemand von mir Eintrittsgelder kassieren will. Noch bis Ende März sind alle staatlichen Kultureinrichtungen, Stätten und Museen an Sonn- und Feiertagen kostenlos zu besichtigen.

So schließt man mir kurz vor dem malerischen Ort Kritsá die kleine, aber bedeutende Kirche Panagia i Kera auf. Die drei Längsschiffe und die Kuppel sind reich mit byzantinischen Fresken bemalt, wie man sie so gut erhalten nirgends auf der Insel mehr findet. In den vielen Bibelszenen werden die unterschiedlichen Malstile von Mittelalter bis zur Renaissance deutlich. (N 35 09.356 E 25 39.340)

Die Hauptstrasse nach Iraklio verlasse ich bei Neapoli in Richtung Lassithi-Hochebene. Durch wenige Dörfer und am Rande grandioser Schluchten geht es hinauf bis auf 1020 m, bevor plötzlich diese 10 km lange und 6 km breite fruchtbare Ebene sich öffnet, umgeben von bis zu 2000 m hohen Bergen. Die Ebene ist stark parzelliert, die Orte liegen alle wegen der Überschwemmungen bei Schneeschmelze an den Berghängen und sind durch eine Strasse verbunden, die ringsum führt.

Früher haben mehr als 10 000 Windräder das im Winter versickerte Wasser zur Bewässerung der Obstplantagen und Felder wieder an die Oberfläche gepumpt und so der Ebene ihr charakteristisches Aussehen verliehen, heute übernehmen Motorpumpen die Arbeit und Windräder sind nur noch Anschauungsobjekte.

Hauptziel der hierher kommenden Tagestouristen ist der Ort Psichró mit der Geburthöhle des Zeus, Diktéon Ándros. Vom Ort geht es in einigen kurzen Serpentinen hinauf zum Parkplatz mit Taverne in 870 m Höhe, (N 35 09.911 E 25 26.868) dann führt ein Plattenweg bei 15-minütigem Aufstieg zur Höhle.

Erhebliche Mengen von Opfergaben und Weihgeschenken lassen darauf schließen, dass die Höhle eines der wichtigsten Heiligtümer der Minoer gewesen ist. Ob Zeus tatsächlich hier geboren wurde, weiss man dagegen nicht sicher, das ist eben Mythos und tourismusfördernd. Beeindruckend ist es jedenfalls, fast senkrecht über 200 Stufen bis zum See auf dem Höhlengrund zu steigen, vorbei an nassen Felsen und den vielen Stalaktiten und Stalagmiten. Markanter noch ist der Blick hinauf zum Tageslicht am Höhleneingang.

An diesem warmen Feiertag sitzen viele Familien picknickend am Rande der Ringstrasse, während die Sprösslinge mit mehr oder weniger Erfolg versuchen, die in den letzten Tagen gekauften Drachen in die Lüfte steigen zu lassen. Über den Pass bei Ambélos verlasse ich die Hochebene, nicht ohne die Stümpfe der hier stehenden vielen Windmühlen zu betrachten. Im Dorf Krási mit der größten Platane Kretas wird es noch mal eng, dann bringt mich die recht neue Strasse auf kürzestem Weg nach Malia ans Meer.