Knossos

Boden des Prozessionskorridors

Drei Damen

Treppenhaus

Ansicht von Süden

Tongefäße und Stierhorn

11.3.

Gut ausgeschildert und auch mit Stadtbussen von Iraklio bequem zu erreichen, liegt auf einem Hügel südöstlich der Hauptstadt die Palastanlage der minoischen Könige. Der Hügel war schon in der Jungsteinzeit bewohnt, ein erster Palast stand hier 2000 v. Chr., durch Erdbeben 1700 v. Chr. Zerstört und 1600 v. Chr. wieder aufgebaut.

Knossos war der absolute Mittelpunkt der Insel, mit zwei Häfen und mehr als 100 000 Einwohnern in der Stadt um den Palast, und beherrschte unter dem sagenhaften König Minos das gesamte östliche Mittelmeer.

Im Jahre 1900 hat Sir Arthur Evans mit Ausgrabungen begonnen, das Treppenhaus, die Königssuiten, den gepflasterten Zentralhof und die vielen prächtigen Fresken freigelegt. Den Zerfall der mit viel Holz erstellten Bauten versuchte er aufzuhalten, indem er mit Beton Decken und Säulen erstellen liess, so wie sie früher gewesen sein könnten. Der Beton, zum Schutz gegen Regenwasser und Sonne gedacht, ist heute wegen seines Gewichts mit Grund dafür, dass wichtige Teile wie das Treppenhaus und die Königsgemächer nur noch durch Sprossen in den Türen betrachtet werden können, aber nicht mehr für den Publikumsverkehr freigegeben sind.

Manche Deutung und Spekulation von Evans, die Nutzung von Gegenständen und Räumen sowie die Fresken betreffend, ist heute widerlegt, die Bezeichnungen werden aber weiter verwandt.

Sehr schön muss der Prozessionskorridor gewesen sein, mit 500 Figuren in Zeichnungen an den Wänden, weissen Alabasterplatten, grauem Schiefer und rotem Mörtel als Fussboden. Auf der südlichen Mauerkrone sieht man mächtige Stierhörner als Symbol für den minoischen Stierkult, sie wurden oft als Verzierung oben auf Palastfassaden gesetzt. Am Ende des Prozessionskorridors dann die Kopie des Prinzen mit der Lilie. Die so genannte Pariserin, eine der berühmtesten Fresken aus Knossos, werde ich im Archäologischen Museum Iraklio sehen, ebenso die Schlangengöttinnen, die fast zum Symbol für die minoische Kultur geworden sind. Ein Blick in den Thronsaal mit dem ältesten Thron Europas aber ist möglich, umlaufende Alabasterbänke für die Berater und Priester des Königs inclusive.

Ich nehme mir viel Zeit, die Fresken-Nachbildungen, die Tongefäße, die Wasserver- und Entsorgung und eine Fülle von Details zu besichtigen. Die Temperatur steigt erstmals über 24 Grad, ich sitze am so genannten Theater und male mir aus, wie das hier vor gut 3500 Jahren gewesen sein mag, sicher weit bunter und turbulenter als heute. Bei meinem mehr als dreistündigen Besuch habe ich auf dem ausgedehnten Gelände nicht mehr als ein Dutzend Menschen gesehen, und da sind die Reiseführer schon mitgezählt.

Pariserin (Original)
Prinz mit Lilie(Original)
Schlangengöttin (Original)
Stierkopf (Original)
Thronsaal
Sicht nach Süden
Schachbrett
Delphine
Treppemhaus
Südl. Hauptplatz
Tongefäße
Stierspringer