Kloster Preveli - Palm Beach

Vorbei am alten Kloster Kato Préveli, das eingezäunt und nur von der Strasse oberhalb zu betrachten ist, windet sich der Weg aufwärts und führt zum Kloster hoch über der Libyschen See. N 35 09.421 E 24 27.450

Zwei Mönche leben noch hier, einen treffe ich in der überaus reichlich geschmückten Kirche, als er das viele Messing poliert und sich um die Kerzen kümmert. Vom Kloster aus fällt der Blick auf einen Parkplatz wenige hundert Meter unterhalb, der Ausgangspunkt zum Abstieg zu einem der schönsten Strände Kretas ist, dem Palmenstrand von Préveli. Nur wenige der 434 Stufen hinab, und der Blick nach Osten ist gewaltig. Eine Pflanzenvielfalt mit Palmen, Mastix, Eukalypthus und Oleander breitet sich am Ufer des glasklaren Megalopótamos aus. Im Sommer kommen Scharen von Tagestouristen mit Ausflugsbooten von den Küstenorten oder zu Fuß das Tal entlang in diese Idylle mit Süßwassersee, Sandstrand und Taverne.

Der Weg dort hinunter mit dem Womo ist ein Abenteuer. Die Bodenwellen, der blanke Fels, die herumliegenden Felsstücke und Steine stellen hohe Anforderungen an Fahrwerk, Stoßdämpfer und Lenkung. Allradantrieb und langsame Fahrt wären die Lösung. Mag sein, dass die Tavernenbetreiber für die Saison mit Schotter ausbessern lassen.

Eine Erkundung des weiteren Küstenweges mit dem Rad ergibt, was schon im Reiseführer stand, der Weg ist streckenweise übersät mit größeren Steinen aus der Steilküste, an drei Stellen ist die Fahrbahn ins Meer gerutscht und nur noch eine schmale Passage frei und die vor Jahren geplante Asphaltierung lässt wohl noch weiter auf sich warten. Insgesamt nicht unpassierbar, aber keinesfalls zu empfehlen.

Ich richte mich auf die Nacht ein, allein mit dem schönen Platz, den Sternen und der stetigen Brandung. N 35 09.186 E 24 28.758 Am folgenden Tag gibt es Dauerregen und Starkwind, an eine Rückfahrt über sie holprige Piste nicht zu denken. Nasser Fels, abgelöst von schmierigem Geröll, und ein Womo auf Ducato-Basis mit Vorderradantrieb hat nicht gerade einen Ruf als Bergziege. Also checke ich die Lage: gerade erst die zweite Gasflasche angebrochen, die Batterien voll, Wassertank auch noch, Essen und vor allem Kaffee genug, also gar nicht so übel.