
Sonnenschein, 14 Grad schon um 10 Uhr, so richtig einladend für den Besuch der ersten antike Stätte.
Gortis oder Gortyna liegt kurz hinter Agia Deka in der fruchtbaren Messara-Ebene, geht auf das 5. Jh. v.Chr. zurück und wurde von den Römern später zur Hauptstadt Kretas gemacht. (N 35 03.710 E 24 56.843)
Als bedeutendstes Schriftzeugnis Kretas kann man hier noch die ersten aufgeschriebenen Stadtrechte Europas sehen. Auf dem Gelände steht außerdem eine immergrüne Platane (sie hatte tatsächlich Anfang Februar noch Blätter) unter der dem Mythos nach Göttervater Zeus mit der schönen Europa den Minos gezeugt haben soll. Der Bedeutung der Stadt unter den Römern entsprechend gibt es ein sehr weitläufiges Ruinenfeld, das im Osten in Agia Deka übergeht. Eine Kapelle steht nahe dem Platz, an dem die Gebeine von zehn Märtyrern gefunden wurden, was dem Ort den Namen gab.
Weiter südlich sehe ich mir den Badeort Matala an, berühmt wegen seiner wohl in die Frühsteinzeit zu rechnenden Wohnhöhlen im weichen Sandstein. Diese wurden von den Hippies der späten 60er und 70er Jahre genutzt, sind teilweise sehr zweckmäßig ausgebaut und ziehen jährlich Scharen von Besuchern an.
Nachtlager ist heute eine Steilküste am Rande der Ausgrabungsstätte des Hafens von Festos bei N 35 00.748 E 24 45.620.