
22.-26.3.
In Chania angekommen suche ich mir zunächst den 4 km westlich der Stadt gelegenen Campingplatz, der mir ein guter Ausgangspunkt für den mehrmaligen Besuch der Stadt zu sein scheint, denn mit dem Fahrrad geht das problemlos.
Chania ist mit 70 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Insel und war bis 1971 Hauptstadt. Bedeutendste Sehenswürdigkeit ist der kreisförmige venezianische Hafen mit seinem Leuchtturm und der Festung von Firka gegenüber. Der Hafen ist ausgesprochen belebt, hier drängen sich Restaurants und Cafes dicht beieinander an der schönen Promenade. In den Internetcafes mit angenehmer Atmosphäre verbringe ich etliche Nachmittagsstunden, um die Homepage zu bearbeiten. Aber auch die verwinkelten Gässchen um den Hafen herum, viele zu schmal für Autos, sehe ich mir an und ein Spaziergang über die Mole zum Leuchtturm darf nicht fehlen.
Ein Erlebnis besonderer Art ist die große kreuzförmige Markthalle aus der Zeit um 1900. Hier ist ein geschäftiges Treiben ohne Hektik, frischer Fisch, Fleisch, Gewürze, Honig, Olivenöl und Backwaren wechseln den Besitzer, viele kleine Imbissecken laden zum preiswerten Essen ein.
26.3.
Heute ist die Halbinsel Akrotiri nördlich von Chania mein Ziel. Sie ist stark militärisch genutzt, hat aber noch einige Besonderheiten aufzuweisen. Eine davon ist die schönste Badebucht Halbinsel in Stavros, die ich mir gleich ansehe. An der Stelle sind wesentliche Aufnahmen zum Film Alexis Sorbas entstanden, insbesondere die markante Schlussszene mit Tanz des so genannten Sirtaki.
Von Stavros ist es durch Olivenhaine nicht mehr weit zum Kloster Agia Triada, im 17. Jahrhundert im venezianischen Stil erbaut. (N 35 33.632 E 24 08.099) Natürlich ist das Museum wie bei allen anderen bisherigen Klöstern in der Nebensaison geschlossen, aber die Kirche mit ihrer rötlich-gelben Fassade steht offen. Eine schön verzierte Altarwand, vielfältige Chorbestuhlung und die blaue mit Sternen übersäte Decke sind sehenswert. Um den weiträumigen Innenhof gruppieren sich die Mönchszellen und Reste der Kreuzgänge.
Eine Straße führt von Agia Triada in den gebirgigen Teil der Halbinsel, schraubt sich immer enger werdend durch eine Schlucht bis auf m Höhe. In dieser felsigen Einsamkeit liegt Kloster Gouverneto auf 250 Metern Höhe, große Tafeln laden den Besucher freundlich ein, machen aber auch deutlich, dass angemessene Kleidung angebracht und das campieren und lärmen verboten ist. Leider ist mittwochs geschlossen, was mir aber nicht viel ausmacht, denn einer der meistbegangenen Wanderwege liegt vor mir, führt zur Klosterruine Katholiko und weiter ans tiefblaue Meer, das man nach wenigen hundert Metern ganz tief unten erkennen kann.
Schattenlos stetig abwärts geht es auf einem überwiegend gestuften Plattenweg zur Bärenhöhle und später zur Klosterruine mit der Höhle des Eremiten Johannes. Aber es geht noch weiter, halbe Sachen werden nicht gemacht. Blaue Punkte weisen den Weg in den steinigen Talgrund, der nach 15 Minuten im Hafen des Klosters endet. Ein erfrischendes Bad vor dem anstrengenden Rückweg verbietet sich leider wegen der starken Brandung. Zum Glück habe ich genügend Wasser dabei und für die Höhlen, die alle nicht elektrifiziert sind, eine Taschenlampe.
Für die Nacht fahre ich nach Westen, wo ich hinter Kissamos auf der Hafenmole einen angenehmen Stellplatz und für den Hunger eine Fischtaverne finde. (N 35 31.057 E 23 38.301) Mit der erhofften Ruhe ist es allerdings spätabends vorbei, als die Fähre von Peloponnes ankommt, die in der Nebensaison jeden Donnerstag von Kissamos ablegt, was mir meine Internetrecherchen vor dem Aufbruch nach Kreta allerdings noch nicht sagen konnten.