
9.3.
Der Ort gilt als das kretische St. Tropez, wirkt etwas mondän, etwas teurer als Sitia, aber auch lebhafter und lauter. Dicht gedrängt in den Gassen edle Geschäfte mit Schmuck und Schuhen, jede Menge Tavernen und Restaurants mit mitteleuropäischer Cuisine. Heute wird in Griechenland Fasching gefeiert, auf dem zentralen Platz Platia El. Venizelou scharen sich hunderte bunt verkleidete Kinder um Jongleure, Entertainer und die in der ganzen Stadt zu hörende Musik.
Ich lasse sie den Abschied vom Winter feiern und komme ein Stück weiter oberhalb an den interessantesten Bereich der Stadt. Von einer bewachsenen Felswand fällt der Blick auf den Voulismeni-See, der durch einen kurzen Kanal mit dem Hafenbecken verbunden ist und als grundlos gilt. Alles was im Laufe der Zeit hier „hineinfiel“ wie Panzer und Kanonen der Wehrmacht, ein Lastwagen, blieb spurlos verschwunden, nicht einmal der Meeresforscher Jacques Cousteau soll den Grund erreicht haben.
Mehrere Treppen, die wegen des Geruchs und des Mülls nichts für zarte Naturen sind, führen hinunter zum Fischerhafen mit lückenloser Cafe- und Restaurantszene. Hier trifft man sich insbesondere abends bei hübscher Beleuchtung rund um den See.